I – wie auch immer

Leider konnte ich in keinem unserer Twiwörterbücher ein Wort finden, das mit I beginnt. Es gibt zwar einige Wörter, die aus dem Englischen importiert werden (z.B. ice cream), doch dabei handelt es sich leider nicht um wirkliches Twi. Überhaupt gibt es keine klare Grenze und oft wird auch fließend zwischen den beiden Sprachen hin und her gewechselt. Damit habe ich auch im Unterricht meine Probleme. Denn obwohl Twi offiziell in der Schule verboten ist, sprechen viele der Schüler und manchmal auch Lehrer zwischendurch in ihrer Muttersprache.

Womit wir irgendwie beim Thema wären: Die Schule.

Wie ich schon in einem meiner letzten Blogs erwähnt habe, ist das DBTI eine Schule, mit deren Abschluss man sich auf einer Universität sehen lassen darf. Von daher geht es nicht darum, mit den Schülern jede Menge Spaß zu haben, sondern einfach manchmal auch, Themen durchzuboxen, die trockener sind als ein tiefer Lungenzug aus einem Staubsauger (so etwas kennt man hier übrigens nicht).

Natürlich ist es nicht leicht, manchmal ein wenig härter durchzugreifen, vor Allem weil einige meiner Schüler sogar bis zu 5 Jahre älter als ich selbst sind und ich nicht wirklich Erfahrung als Lehrer habe. Außerdem sind manche meiner Schüler schon so etwas wie Freunde geworden, was sich natürlich positiv auf das Lernklima auswirken kann, doch die Autorität zu bewahren kann manchmal schwer sein. Ich hoffe trotzdem, dass mein Unterricht zumindest für motivierte Schüler ganz brauchbar gestaltet ist.

Meine Unterrichtsstunden sind generell in Doppelstunden arrangiert. Pro – Durch eine durchgehende Einheit geht weniger Zeit an Klassenbuch und Komplizen verloren. Kontra – Eine Doppeleinheit Mathematik in der siebten und achten Stunde kann eine erschöpfte, noch das Mittagessen verdauende Schülerseele brauchen, wie einen spitzen Stein in ihrem Schuh. Übrigens gilt für die Lehrerseele manchmal dasselbe.

Trotzdem versuche ich, aus meinen Stunden immer so viel wie möglich zu machen, und wenn einmal keine Formeln und Regeln mehr in die Köpfe meiner Schüler passen, diesen in die Leere starrenden Körpern vor mir mit kurzen Spielen oder Rätseln zumindest wieder ein wenig Leben einzuhauchen. Der Favourit meiner Schützlinge ist mit Abstand das “Multiplication Game“. Vor Rundenbeginn wird eine Zahl festgelegt z.B. 4, die Reihum mit 4×1 startend immer wieder mit der nächsthöheren Zahl multipliziert werden muss (Also 1×4; 2×4, 3×4 usw.). Wer zu lange braucht oder ein falsches Ergebnis nennt, fliegt raus. Im Moment dauert das Spielchen meistens nur an die 5 Minuten, wenn die Schüler dann hoffentlich irgendwann besser werden, muss – oder darf ich mir wohl ein neues Spiel einfallen lassen. Doch bisher haben so manche noch mit einstelligen Multiplikationen Probleme, so bald wird also noch nicht Not am Mann sein.

Einige Eindrücke vom Schulgelände:

Ansonsten geht hier alles so seinen Lauf. Vor kurzem habe ich im Bungalow einige alte weiße Tank-Tops gefunden. Solche, wie wir und vermutlich auch einige Generationen vor uns zu Weihnachten bekommen hatten. Bei “Weiß“ und “100% Baumwolle“ gibt es nur eine Option: Auf zu MamaG zum Klamotten färben. Wieder war es Mittwoch, mein freier Tag, wieder war es wunderbar sonnig, doch diesmal war die  “Tie & Dye“-Methode dran. Wie der Name schon sagt, wird das jeweilige Kleidungsstück auf irgendeine Art zusammengefaltet und gebunden und anschließend mithilfe einer Art Riesenpipette mit Farbe getränkt. Je nach Faltart ergibt sich dadurch ein einzigartiges Muster. Ich hatte die Freude, gemeinsam mit den Schülern der Creative Art 2 Klasse 6 verschiedene Methoden zu testen.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Edith sagt:

    Die Aufmerksamkeit behalten ist sicher nicht ganz einfach. Und gelingt sicher nie bei allen Schülern. Aber du schaffst das schon 🙂
    Sehr hübsch, deine Tie & Dye Shirts! Künstlerisch sehr wertvoll 🙂

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